Die 10 Säulen der Altersvorsorge
31. März 2026
Das “klassische” System der Altersvorsorge in der Schweiz basiert auf dem 3. Säulen Prinzip bestehend aus AHV, Pensionskasse und Säule 3a. Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, wie du deine Vorsorge verbessern kannst. In diesem Blogbeitrag schauen wir uns daher nicht nur drei, sondern gleich zehn Säulen an, mit denen du deine Altersvorsorge aufpimpen kannst.
Inhaltsverzeichnis
1. AHV
Die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) ist die staatliche Altersvorsorge. Sie hat zum Ziel, die Grundbedürfnisse im Alter finanziell abzudecken, in der Realität sieht es aber so aus, dass eine AHV Rente alleine nicht ausreicht, um alle Kosten zu decken. Eine durchschnittliche AHV Rente in der Schweiz beträgt gerade mal CHF 1’900 pro Monat. Zudem besteht die Gefahr von Beitragslücken, die deine Rente weiter schmälern können. Typische Situationen, die zu Beitragslücken führen können, sind:
- Auszeiten, die länger als ein Kalenderjahr dauern (z.B. Weltreise, Mutterschaftspause, Bezug von Sozialhilfe sowie Kranken- und Unfalltaggeld)
- Studium
- Migration und Auslandaufenthalte
Beitragslücken können bis zu fünf Jahre rückwirkend nachbezahlt werden, sofern du den Wohnsitz in der Schweiz hast. Genaue dazu, wie du herausfindest, ob du Lücken hast, wie du diese schliessen kannst und was es sonst noch über die AHV zu wissen gibt, findest du im Vorsorge Guide sowie in der Money Academy.
2. Pensionskasse – berufliche Vorsorge (BVG)
Die zweite Säule, die berufliche Vorsorge (BVG), ist an die Erwerbsarbeit geknüpft. Nur wer erwerbstätig ist, zahlt in die Pensionskasse ein. Angestellte sind jedoch erst ab einem jährlichen Mindesteinkommen (Eintrittsschwelle) von CHF 22’680 (Stand 2026) obligatorisch versichert. Wer weniger verdient, ist obligatorisch nicht versichert.
Beispiel: Lisa arbeitet 20% im Verkauf und verdient CHF 12’000 pro Jahr. Sie ist nicht obligatorisch in der Pensionskasse versichert.
Es gibt einige wenige Ausnahmen, z.B. wenn die Arbeitgeberin viel Wert auf eine gute Absicherung der Mitarbeitenden legt und die Eintrittsschwelle freiwillig tiefer ansetzt.
Für Selbständige mit Einzelfirma ist der Anschluss an eine Pensionskasse freiwillig. Mit ein Grund, dass viele Selbständige in der Altersarmut landen, weil sie der Altersvorsorge zu wenig Beachtung schenken.
Zusammen mit der AHV-Rente soll die Pensionskassen-Rente etwa 60% des vorherigen Einkommens ausmachen und dadurch sicherstellen, dass die Versicherten im Ruhestand ihren gewohnten Lebensstandard weiterführen können. Doch die Realität sieht anders aus. Die neuste Studie von VZ hält fest, dass die Pensionskassen-Renten seit XX um über 40% gesunken sind. Oft machen AHV und Pensionskassen-Rente zusammen nur noch 40 – 50 % des vorherigen Einkommens aus. Der Grund für die sinkenden Renten liegt im demografischen Wandel, konkret bei der zunehmenden Lebenserwartung. Weil wir immer älter werden, muss das angesparte Kapital in der Pensionskasse für eine längere Zeit reichen – deshalb kürzen die Pensionskassen die Renten, damit das Geld für eine längere Zeit reicht. Ein logischer Schritt, aber gerade in Anbetracht der steigenden Lebenskosten fatal.
Mehr zum Thema demografischer Wandel und Altersvorsorge findest du in meinem Artikel, der im Magazin “Schweizer Monat” veröffentlicht wurde.
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📝 Schweizer Monat, Sonderpublikation 52 – Dezember 2025
Für Frauen kommt erschwerend hinzu, dass sie häufig Teilzeit arbeiten. Frauen mit tiefen Pensen erreichen die Eintrittsschwelle oftmals nicht, und sich dadurch gar nicht erst in der Pensionskasse versichert. Und dann gibt es noch den Koordionationsabzug, der dazu führt, dass nur ein kleiner Teil des Lohns versichert ist.
Gemäss Bundesamt für Statistik beträgt die durchschnittliche Altersrente einer Seniorin bestehend aus AHV- und Pensionskassen-Rente gerade mal CHF 3’009 im Monat. Zum Vergleich: Die Altersrente von Männern beträgt mit CHF 4’374 rund 31.2% mehr.
Bei den Pensionskassen gibt es aufgrund überobligatorischen Leistungen enorme Unterschiede. Ein Beispiel, das ich bei meinen Vorträgen und Workshops gerne erzähle, ist folgendes:
Letztens wurde ich eingeladen, um für die Mitarbeitenden von zwei verschiedenen Altersheimen einen Vortrag über Altersvorsorge zu halten. Die beiden Altersheime liegen nur wenige Minuten mit dem Auto voneinander entfernt in der jeweiligen Nachbarsgemeinde. Im Vorfeld habe ich die beiden Pensionskassen verglichen und ein Fallbeispiel erstellt:
Eine 40 jährige Pflegerin mit einem Jahreseinkommen von CHF 60’000 spart im Altersheim A rund CHF 2’500 pro Jahr in ihrer Pensionskasse. Im Altersheim B spart sie rund CHF 8’500 pro Jahr. Gleiche Arbeit, gleicher Lohn, gleiche Region, aber CHF 6’000 pro Jahr mehr in der Pensionskasse. Das sind in 10 Jahren rund CHF 60’000, und auf das ganze Arbeitsleben hochgerechnet mehrere hunderttausend Franken mehr.
In der Schweiz gibt es über 1’400 Pensionskassen, und jede bietet etwas anderes an. Das Thema Pensionskasse sollte deshalb beim Bewerbungsprozess unbedingt berücksichtig werden.
Im Vorsorge Guide sowie in der Money Academy erkläre ich ausführlich, wie die Pensionskasse funktioniert, wie du deinen Pensionskassen-Ausweis liest, welche Fragen du bei einem Vorstellungsgespräch unbedingt stellen solltest und wie du herausfindest, ob du eine gute oder eine schlechte Pensionskasse hast.
3. Säule 3a
Die Säule 3a ist Teil der privaten Vorsorge. Durch Steuerbegünstigungen will der Staat die freiwillige Einzahlung in die Säule 3a fördern. Aktuell kann jährlich CHF 7’258 (Stand 2026) einbezahlt werden. Bis auf wenige Ausnahmen ist das Geld in der Säule 3a bis zu deiner Pensionierung gebunden.
Du hast die Wahl zwischen Banksparen, wobei man wiederum zwischen Cash- und Wertschriften sparen unterscheidet, oder Versicherungssparen. Beim Banksparen entscheidest du frei, wann du wie viel einzahlst.
Beim Versicherungssparen sparst du nicht nur, sondern du hast i.d.R. auch eine Todesfall-Risiko und/oder eine Erwerbsunfähigkeits-Rente inkludiert – die Frage ist, ob du diese Versicherungen wirklich brauchst. Achte darauf, dass du hier nicht blindlings irgendetwas abschliesst, denn du bist i.d.R. bis zur Pensionierung an die Versicherungspolice gebunden. Eine Todesfallversicherung nützt dir zum Beispiel nichts, wenn du erst 20 Jahre alt bist und niemand finanziell von dir abhängig ist – und doch sehe ich immer wieder junge Menschen, denen eine solche Versicherung angedreht wurde. Das Problem: Die freundlichen Versicherungs-Makler, die diese Policen vertreiben, leben von den Provisionen, die sie durch jeden Abschluss verdienen. Achtung: Das Versicherungssparen ist bindend, du bist verpflichtet, regelmässig einzuzahlen, bei vorzeitiger Auflösung verlierst du oftmals viel Geld! Und wer weiss schon, wie sich das Leben in den kommenden Jahrzehnten entwickelt? Eine unerwartete Trennung, Jobverlust, Krankheit oder Auswandern sind an dieser Stelle nur einige Gründe, die dazu führen können, dass du dir die Police nicht mehr leisten kannst.
Ich rate dir dazu, Sparen und Versicherung zu trennen. Eröffne deine Säule 3a bei einer Bank, idealerweise bei einer Online-Bank wie Viac, Frankly, Selma etc. (hier findest du eine Übersicht über die verschiedenen Anbieter). So sparst du Gebühren! Zudem solltest du deine Säule 3a in Wertschriften investieren, damit das Geld für dich arbeiten kann. Wenn du noch 15+ und mehr bis zur Pensionierung hast, darf der Aktienanteil so hoch wie möglich sein.
Wenn du mehr über die Säule 3a erfahren möchtest, hol dir meinen Vorsorge Guide oder melde dich für die Money Academy an. Da erkläre ich dir auch was du tun kannst, falls du bereits eine 3a bei der Versicherung abgeschlossen hast.
4. Säule 3b
Unter Säule 3b wird das freie Vermögen verstanden, also Sparkonten, Anlagedepots, Goldvreneli, Wohneigentum, Bargeld etc. Zum freien Vermögen zählt grundsätzlich alles, was nicht in der Pensionskasse oder Säule 3a gebunden ist.
Die Säule 3b dient als Ergänzung oder gar als Alternative zur Säule 3a.
Und nicht vergessen: Wenn du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, solltest du das Geld investieren. Einfach auf dem Konto liegengelassen, verliert der Schweizer Franken wegen der Inflation jährlich ca. 2% an Wert. In rund 35 Jahren verliert das Geld so rund 50% an Wert.
Du hast keine Ahnung vom Investieren? Dann werde Teil meiner Money Academy. In diesem Onlinekurs erkläre ich detailliert, wie das mit dem Investieren geht: Vom Notgroschen über verschiedene Anlageklassen wie Aktien, ETF’s, Bitcoin, Gold, Immobilien & Co. hin zur individuellen Anlagestrategie und passenden Anbietern.
5. Versicherungen
Nicht erst das „Alter“ solltest du absichern, sondern bereits das Hier und Jetzt. Es kann immer etwas passieren.
Stell dir vor: Du fährst mit deinem eScooter eine Person um und sie fällt ganz blöd auf den Kopf. Wenn du in dieser Situation keine Haftpflichtversicherung hast, dann wird es sehr teuer für dich!
Prüfe unbedingt auch deine Sozialversicherungen! Wie bist du im Falle von längerem Erwerbsausfall infolge Krankheit oder Unfall abgesichert? Was hat es für finanzielle Folgen, wenn dein Partner stirbt oder erwerbsunfähig wird? Ist der Abschluss einer Lebensversicherung sinnvoll? Wichtig zu wissen: Eine Lebensversicherung kannst du auch ausserhalb der Säule 3a als reine Risikoversicherung abschliessen. Das hat den grossen Vorteil, dass du sie i.d.R. jährlich künden kannst und nicht bis zur Pensionierung daran gebunden bist.
In der Money Academy findest du detaillierte Videolektionen und Webinare zum Thema Lebensversicherungen und Sozialversicherungen.
6. Vorsorgedokumente: Testament und Vorsorgeauftrag
Mit der Erstellung eines Testaments können sich sowohl Konkubinats- als auch Ehepaare gegenseitig begünstigen. Insbesondere bei Konkubinatspaaren ist die Erstellung eines Testaments eigentlich Pflicht, denn im Todesfall des einen Partners erbt der überlebende Partner ohne Testament gar nichts. Das ist besonders dann tragisch, wenn man gemeinsam einen Haushalt führt – mit dem Wegfall eines Einkommens ist der überlebende Partner vielleicht gar nicht mehr in der Lage, die Miete und weitere Verpflichtungen wie das Auto, die gemeinsamen Kinder, Haustiere, Hypothekarzinsen usw. zu finanzieren und gerät dadurch in eine finanzielle Notlage. Als Sozialarbeiterin habe ich solche Situationen häufig erlebt. Durch die gegenseitige Berücksichtigung in einem Testament kann dies bis zu einem gewissen Grad verhindert werden.
Um ein Testament zu erstellen, musst du übrigens nicht zwingend zum Notar. Wie du ein handschriftliches Testament erstellst und wann es doch sinnvoll ist, zur Notarin zu gehen, erkläre ich dir in der Money Academy.
Auch die Erstellung eines Vorsorgeauftrags ist wichtig. Mit einem Vorsorgeauftrag bestimmst du, wer dich im Fall von Urteilsunfähigkeit vertreten soll. Wenn du kein Vorsorgeauftrag erstellt hast, errichtet die KESB eine Beistandschaft und sie sind dazu gezwungen, sämtliche Vermögenswerte wie Aktiendepots, deine eigene Firma usw. zu liquidieren. Sogar bei Ehepaaren kann es vorkommen, dass sich die KESB einmischt, denn Ehepaare können sich lediglich bei alltäglichen Aufgaben vertreten. Kommt es beispielsweise zum Verkauf einer Immobilie oder einem Heimeintritt, so braucht es bei Entscheidungen die Zustimmung der KESB. Das kann durch die Erstellung eines Vorsorgeauftrags verhindert werden. In der Money Academy findest du eine sehr ausführliche Videolektion mit vielen zusätzlichen Unterlagen zum Vorsorgeauftrag.
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7. Dein Lebensstandard
Auf hohem Fuss leben und sich nicht um die Altersvorsorge kümmern – wer so lebt, hat nach der Pensionierung garantiert finanzielle Probleme. Oft lässt sich der Lebensstandard nicht ohne weiteres von heute auf morgen runterschrauben. Zudem ist es emotional frustrierend, wenn man sich aufgrund finanziellen Problemen plötzlich einschränken muss. Diesen Frust habe ich als Sozialarbeiterin häufig miterlebt. Zum Beispiel: Von der schönen Neubauwohnung mit Lift in eine hellhörige Altbauwohnung ohne Lift im 3. Stock umziehen, das Auto abgeben oder auf Restaurantbesuche und Ferien verzichten müssen. Das nervt!
Am einfachsten ist es, sich gar nicht erst einen hohen Lebensstandard anzueignen. Viele Menschen verfallen der sogenannten “Lifestile Inflation”. Wenn sie beispielsweise nach einer Lohnerhöhung oder Jobwechsel mehr Geld zur Verfügung haben, geben sie alles für Konsum aus: Ein neues Auto, eine grössere Wohnung, mehr Ferien etc. Dabei wäre es wichtig, dass sie auch mehr davon sparen!
In der Money Academy findest du spannende Videolektionen und Webinare zum Thema Budget und Schulden.
8. Einnahmen erhöhen
Eigentlich logisch: Wer mehr Geld hat, hat mehr zum Sparen.
Wenn du im Job mehr Geld verdienst, bezahlst du automatisch mehr in die AHV und Pensionskasse ein, hast dadurch später eine höhere Rente und kannst natürlich auch mehr sparen und investieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie du zu mehr Lohn kommst. Den Lohn verhandeln, die Stelle wechseln, eine Weiterbildung machen, das Pensum erhöhen usw.
Eine andere Möglichkeit ist, dass du dir ein eigenes Nebeneinkommen aufbaust. Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es gar nicht so schwierig ist, nebenbei ein paar Tausend Franken im Jahr zusätzlich zu verdienen. Ich selber habe ein paar Jahre Texte für für Campingmagazine geschrieben und Firmen und Privatpersonen bei Social Media unterstützt. Als ich jünger war, habe ich ab und zu bei Berufsmessen ausgeholfen. Überlege, welche Fähigkeiten du hast, wofür andere Menschen bezahlen würden, oder melde dich bei einer Börse für Minijobs wie z.B. coople an. Zum Thema Nebeneinkommen, passives Einkommen, Onlinebusiness und Lohnverhandlung findest du ebenfalls Webinare und Videolektionen in der Money Academy.
9. Money Mindset
Ob du finanziell erfolgreich bist oder nicht, hängt massgeblich davon ab, wie du zu Geld stehst. Das “Money Mindset” beschreibt die Art und Weise, wie du über Geld denkst. Und wie du darüber denkst, beeinflusst direkt, wie du mit Geld umgehst und welche finanziellen Entscheidungen du triffst.
Ein Beispiel:
Wenn du denkst, dass Aktien riskant und gefährlich sind, wirst du wohl kaum in Aktien investieren. Wenn du hingegen verstehst, dass Aktien wichtig sind für den Vermögensaufbau, wirst du viel eher in Aktien investieren.
Die gute Nachricht ist: Du kannst an deinem Money Mindset arbeiten und es verbessern. Sowohl im Vorsorge Guide als auch in der Money Academy findest du wertvolle Inputs dazu.
10. Wissen ist Macht
Zahlreiche Studien bestätigen: Fehlende Bildung ist die Hauptursache für Armut.
Und zur Bildung gehört auch die finanzielle Bildung. Je mehr du über Finanzen weisst, desto mehr Cash hast du. Hier ein paar Beispiele:
Das Dilemma bei der Altersvorsorge ist: Wir müssen so früh wie möglich damit starten. Viele Leute wissen das aber nicht. Nur wenn uns das bewusst wird, können wir handeln und uns um unsere Vorsorge kümmern. Je früher wir damit starten, desto weniger müssen wir monatlich entbehren.
Wenn du mit der Einstellung «Der Staat – oder mein Ehemann – schaut dann schon» durchs Leben gehst, wirst du irgendwann das Nachsehen haben. Erstmal im Pensionsalter angekommen, hast du nämlich keinen Hebel mehr, um deine Finanzen zu verbessern. Auch erst mit 50 zu starten ist reichlich spät. Fange sofort an – am besten bereits mit 20! Denke daran: Deine finanzielle Situation nach der Pensionierung wird das Ergebnis davon sein, was du die letzten 40 Jahre dafür getan hast.
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